Dienstag, 20. November 2012
Wie bespreche ich gelungen und ansprechend einen AB
charmingvoice, 22:36h
Wir alle lieben und verabscheuen ihn gleichzeitig. Man muss z. B. dringend mit einer bestimmten wichtigen Person telefonieren. Wie soll es aber auch anders sein, statt mit der gewünschten Person direkt unterhalten zu können, meldet sich allein eine Apparat welche einem ermahnt, dass man sein Fragestellung kurz, karg, fehlerfrei und tunlichst noch spannend innerhalb einer Minute auf eine unsichtbare digitale Magnetplatte reden soll. Und dann alles noch auf Befehl nach einem Signalton, welches sich anhört wie eine Trillerpfeife beim Militär....
Andererseits sind wir naturgemäß froh, wenn man gerade telefonisch "offline" ist oder sobald man sich außer Haus mal wieder in den 1% der "garantierten 99% Netzabdeckung" befindet, sobald uns wichtige Neuigkeiten erreichen können. Wir freuen uns natürlich ebenfalls über einen liebenswürdigen Gruss von uns nahestehenden Personen.
Wenn da alleinig dieses leidige Problematik mit dieser verflixten eigenen Mailboxansage nicht wäre. Zum gefühlten 1000-sten Male versucht man voller Elan einen freundlichen und ansprechend klingenden Text auf die Mailbox zu reden, demgegenüber auf irgendeine Weise passt irgend etwas immer nicht. Mal hört es sich an, als ob man der geborene Grabredner wäre oder selbst die meist vernuschelten Ansagen in den Zügen der Deutsche Bahn klingen gegen die eigene Ansage wie die Verkündigung eines Hauptgewinnes.
Mal klingt die Sprachmelodie wie die einsame (und defekte) Panflöte eines betrunkenen Hirten, der vor lauter Einsamkeit eines seiner schlafenden Schafe anflötet oder die Bundeswehrleitung hätte ihre Idealbesetzung eines blökenden Unteroffiziers gefunden.
Hat man es früher oder später fast geschafft, den richtigen Ton zu treffen, dann fordern einem garantiert in diesem Moment die Glocken der Kirche aus der Nachbarschaft lautstark dazu auf, doch etwas für sein eigenes Seelenheil zu tun, und dass obwohl man doch brav seine Kirchensteuer gezahlt hat und man sich in diesem Moment vielleicht fragt, warum man dies eigentlich noch macht.
Wenn man es früher oder später einigermaßen geschafft hat und sich dann selbstzufrieden seinen eigenen Text anhören will, kommt der Effekt dazu, dass die eigene Stimme einem völlig fremd vorkommt. An dieser Stelle kann ich Sie aber schon mal beruhigen. Dieser Fremdheitsempfinden ist durch und durch normal, da man die eigene Stimme über die sog. Knochenleitung zusätzlich zu den Luftschwingungen hört. Darüber hinaus verändern die digitale Technik unsere Sound ein wenig, so werden z. B. bestimmte Frequenzen abgewandelt.
Bleibt im Unterschied dazu noch die Problematik einen guten und knackigen Ansagetext aufs Band zu bringen. Ihre Stimme ist beim Telefon die erste Anlaufstelle und damit Ihre Eintrittskarte insbesondere bei fremden Menschen. Es sollte also besonderen Wert darauf gelegt werden, dass eine ansprechende und umgängliche Abwesenheitsnachricht auf Ihrem Band zu hören ist. Mit Ihrem Stimmklang und Timbre allgemein laden Sie den Anrufer ein, mit Ihnen in Kontakt zu treten.
Mit den nachfolgenden Ratschlägen werden auch Sie einen gelungenen Ansagetext aufs Band bringen.
1. Vermeiden Sie die vorgefertigten computergestützten Ansagen der Telefonanbieter
Möchten Sie von der mechanischen Gießkannen-Sound eines Metallkastens begrüßt werden? Ein persönlich gesprochener Text ist um ein Vielfaches sympathischer und individueller.
2. Fassen Sie sich knapp!
Ein ellenlanger Text mit allen Einzelheiten, warum Sie gerade nicht erreichbar sind und welche vielfältigen Zusatzmöglichkeiten es gibt, um Sie theoretisch doch irgendwie erreichen zu können, nerven den Anrufer lediglich. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er das Telefonat vorzeitig beenden wird. Eine kurze und eindeutige Ansage ist völlig ausreichend. Naturgemäß: "AB Müller, sprechen Sie!" ist wiederum zu kurz und vertreibt den Anrufer genauso erfolgreich wie ein nervtötender Schwafeltext. Geben Sie kurze und für den Anrufer brauchbare Informationen: Bei einem beruflichen Anschluss z. B. Ihren Namen, die Firma und gegebenenfalls Ihre Abteilung.
Bei einem privaten Anschluss ist selbstverständlich etwas Spielerei wie musikalische Untermalung oder ein witziger Spruch erlaubt, aber auch hier wird schnell zuviel des Guten erreicht. Kürzlich rief ich einen entfernten Bekannten in München an und dieser hatte auf seinem Anrufbeantworter als Intro den Höhepunkt einer derzeitigen Fußballspiel-Moderation und dann seine Proklamation, man möge genauso begeistert sein Anliegen vorbringen. Den einzigen Wirkung, den er mit seiner Ansage erreicht hatte: Ich war ziemlich erschrocken und habe eher konsterniert als begeistert geradewegs das Telefonat beendet.
3. Vermeiden Sie unnötige Phrasen und verdrehte Formulierungen
Äusserungen wie "Ich werde baldmöglichst um einen Rückruf bestrebt sein" oder "Reden Sie bitte nach der elektronischen Aufforderung durch den Signalton" (alles schon live erlebt!) sind eher etwas für das Absurditätenmuseum des deutschen Wortschatzes als ein guter Ansagetext einer modernen Mailbox des 21. Jahrhunderts. Auch überflüssige Füllsätze wie "Bedauerlicherweise bin ich gerade nicht erreichbar" waren vielleicht mal vor 30 Jahren im Trend. Dass Sie persönlich gerade nicht ans Telefonapparat gehen können, merkt der Anrufer von selbst.
4. Achten Sie auf unnötige Störgeräusche im Hintergrund.
Geräusche wie z. B. Autohupen bewirken eine negative Wahrnehmung Ihrer Ansage.
5. Lächeln Sie!
Wer beim Besprechen des AB´s lächelt, bringt automatisch eine Freundlichkeit und Lebendigkeit in seine Intonation. Durch diesen kleinen Trick wird Ihre Timbre zusätzlich wohlklingender und eine Eintönigkeit kann dadurch vermieden werden.
6. Haben Sie darüber hinaus zu Ihrem Lächeln eine "innere positive Einstellung".
Sobald Sie sich wohl fühlen, überträgt sich diese bejahende Einstellung in Ihre Klangfarbe und Ihren Stimmklang und damit auf den Anrufer. Denken Sie z. B. an schöne Bilder wie Urlaubsstimmung oder an den Freude Ihres Lieblingsessens. Sobald Sie gerade wirklich abgearbeitet sein sollten oder sich elend fühlen sollten, verschieben Sie lieber das Besprechen Ihrer Mailbox auf ein andermal. Wer schon einmal mit einem unfreundlichen "Ja, was ist" begrüßt wurde, weiß wovon ich schreibe.
7. Machen Sie die sog. "Korkenübung"
Lesen Sie den Ansagetext vorab mit einem Korken im Mund lautstark vor. Ihre Sprechwerkzeuge werden dadurch geschmeidiger und Ihre Artikulation klarer.
8. Reden Sie ein wenig langsamer als normalerweise
Dadurch bekommen Sie ebenso eine bessere Sprechweise. Eine übermäßige Laaaangsaaaamkeit ist selbstverständlich hingegen zuviel. Reden Sie einfach etwas ruhiger als gang und gäbe, aber im Unterschied dazu flüssig.
9. Bemühen Sie sich um eine gute Haltung.
Schütteln Sie sich vor dem Sagen ein wenig aus und nehmen Sie dann eine gerade und aufrechte Körperhaltung im Sitzen oder Stehen ein. Zusammengesunken in seinem Lieblingssessel zu lümmeln, mag eventuell beim Fernsehschauen angebracht und angenehm sein, die Timbre klingt durch eine derartige Körperhaltung regelrecht "gequetscht".
Mit Hilfe dieser obigen Tipps werden auch Sie in der Lage sein, einen "gelungenen" Anrufbeantwortertext professionell oder privat zu "produzieren".
Überprüfen Sie auch in gleichmäßigen Abständen die Aktualität Ihres Textes - die Ansage der Abwesenheit zur Weihnachtszeit im Hochsommer generiert beim Anrufer wohl keine feierlichen Gefühle.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß und gutes Gelingen bei einer neuen Besprechung Ihrer Mailbox!
Impressum dieses Blogs:
CharmingVoice Klaus Neumann
Keplerstr. 25 a
50823 Köln
Tel.: 0221 - 30249493
Internet: www.CharmingVoice.de
E-Mail: charme(at)charmingvoice.de
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a
Umsatzsteuergesetz:
217/5206/3925 StNr
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Wenn da alleinig dieses leidige Problematik mit dieser verflixten eigenen Mailboxansage nicht wäre. Zum gefühlten 1000-sten Male versucht man voller Elan einen freundlichen und ansprechend klingenden Text auf die Mailbox zu reden, demgegenüber auf irgendeine Weise passt irgend etwas immer nicht. Mal hört es sich an, als ob man der geborene Grabredner wäre oder selbst die meist vernuschelten Ansagen in den Zügen der Deutsche Bahn klingen gegen die eigene Ansage wie die Verkündigung eines Hauptgewinnes.
Mal klingt die Sprachmelodie wie die einsame (und defekte) Panflöte eines betrunkenen Hirten, der vor lauter Einsamkeit eines seiner schlafenden Schafe anflötet oder die Bundeswehrleitung hätte ihre Idealbesetzung eines blökenden Unteroffiziers gefunden.
Hat man es früher oder später fast geschafft, den richtigen Ton zu treffen, dann fordern einem garantiert in diesem Moment die Glocken der Kirche aus der Nachbarschaft lautstark dazu auf, doch etwas für sein eigenes Seelenheil zu tun, und dass obwohl man doch brav seine Kirchensteuer gezahlt hat und man sich in diesem Moment vielleicht fragt, warum man dies eigentlich noch macht.
Wenn man es früher oder später einigermaßen geschafft hat und sich dann selbstzufrieden seinen eigenen Text anhören will, kommt der Effekt dazu, dass die eigene Stimme einem völlig fremd vorkommt. An dieser Stelle kann ich Sie aber schon mal beruhigen. Dieser Fremdheitsempfinden ist durch und durch normal, da man die eigene Stimme über die sog. Knochenleitung zusätzlich zu den Luftschwingungen hört. Darüber hinaus verändern die digitale Technik unsere Sound ein wenig, so werden z. B. bestimmte Frequenzen abgewandelt.
Bleibt im Unterschied dazu noch die Problematik einen guten und knackigen Ansagetext aufs Band zu bringen. Ihre Stimme ist beim Telefon die erste Anlaufstelle und damit Ihre Eintrittskarte insbesondere bei fremden Menschen. Es sollte also besonderen Wert darauf gelegt werden, dass eine ansprechende und umgängliche Abwesenheitsnachricht auf Ihrem Band zu hören ist. Mit Ihrem Stimmklang und Timbre allgemein laden Sie den Anrufer ein, mit Ihnen in Kontakt zu treten.
Mit den nachfolgenden Ratschlägen werden auch Sie einen gelungenen Ansagetext aufs Band bringen.
1. Vermeiden Sie die vorgefertigten computergestützten Ansagen der Telefonanbieter
Möchten Sie von der mechanischen Gießkannen-Sound eines Metallkastens begrüßt werden? Ein persönlich gesprochener Text ist um ein Vielfaches sympathischer und individueller.
2. Fassen Sie sich knapp!
Ein ellenlanger Text mit allen Einzelheiten, warum Sie gerade nicht erreichbar sind und welche vielfältigen Zusatzmöglichkeiten es gibt, um Sie theoretisch doch irgendwie erreichen zu können, nerven den Anrufer lediglich. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er das Telefonat vorzeitig beenden wird. Eine kurze und eindeutige Ansage ist völlig ausreichend. Naturgemäß: "AB Müller, sprechen Sie!" ist wiederum zu kurz und vertreibt den Anrufer genauso erfolgreich wie ein nervtötender Schwafeltext. Geben Sie kurze und für den Anrufer brauchbare Informationen: Bei einem beruflichen Anschluss z. B. Ihren Namen, die Firma und gegebenenfalls Ihre Abteilung.
Bei einem privaten Anschluss ist selbstverständlich etwas Spielerei wie musikalische Untermalung oder ein witziger Spruch erlaubt, aber auch hier wird schnell zuviel des Guten erreicht. Kürzlich rief ich einen entfernten Bekannten in München an und dieser hatte auf seinem Anrufbeantworter als Intro den Höhepunkt einer derzeitigen Fußballspiel-Moderation und dann seine Proklamation, man möge genauso begeistert sein Anliegen vorbringen. Den einzigen Wirkung, den er mit seiner Ansage erreicht hatte: Ich war ziemlich erschrocken und habe eher konsterniert als begeistert geradewegs das Telefonat beendet.
3. Vermeiden Sie unnötige Phrasen und verdrehte Formulierungen
Äusserungen wie "Ich werde baldmöglichst um einen Rückruf bestrebt sein" oder "Reden Sie bitte nach der elektronischen Aufforderung durch den Signalton" (alles schon live erlebt!) sind eher etwas für das Absurditätenmuseum des deutschen Wortschatzes als ein guter Ansagetext einer modernen Mailbox des 21. Jahrhunderts. Auch überflüssige Füllsätze wie "Bedauerlicherweise bin ich gerade nicht erreichbar" waren vielleicht mal vor 30 Jahren im Trend. Dass Sie persönlich gerade nicht ans Telefonapparat gehen können, merkt der Anrufer von selbst.
4. Achten Sie auf unnötige Störgeräusche im Hintergrund.
Geräusche wie z. B. Autohupen bewirken eine negative Wahrnehmung Ihrer Ansage.
5. Lächeln Sie!
Wer beim Besprechen des AB´s lächelt, bringt automatisch eine Freundlichkeit und Lebendigkeit in seine Intonation. Durch diesen kleinen Trick wird Ihre Timbre zusätzlich wohlklingender und eine Eintönigkeit kann dadurch vermieden werden.
6. Haben Sie darüber hinaus zu Ihrem Lächeln eine "innere positive Einstellung".
Sobald Sie sich wohl fühlen, überträgt sich diese bejahende Einstellung in Ihre Klangfarbe und Ihren Stimmklang und damit auf den Anrufer. Denken Sie z. B. an schöne Bilder wie Urlaubsstimmung oder an den Freude Ihres Lieblingsessens. Sobald Sie gerade wirklich abgearbeitet sein sollten oder sich elend fühlen sollten, verschieben Sie lieber das Besprechen Ihrer Mailbox auf ein andermal. Wer schon einmal mit einem unfreundlichen "Ja, was ist" begrüßt wurde, weiß wovon ich schreibe.
7. Machen Sie die sog. "Korkenübung"
Lesen Sie den Ansagetext vorab mit einem Korken im Mund lautstark vor. Ihre Sprechwerkzeuge werden dadurch geschmeidiger und Ihre Artikulation klarer.
8. Reden Sie ein wenig langsamer als normalerweise
Dadurch bekommen Sie ebenso eine bessere Sprechweise. Eine übermäßige Laaaangsaaaamkeit ist selbstverständlich hingegen zuviel. Reden Sie einfach etwas ruhiger als gang und gäbe, aber im Unterschied dazu flüssig.
9. Bemühen Sie sich um eine gute Haltung.
Schütteln Sie sich vor dem Sagen ein wenig aus und nehmen Sie dann eine gerade und aufrechte Körperhaltung im Sitzen oder Stehen ein. Zusammengesunken in seinem Lieblingssessel zu lümmeln, mag eventuell beim Fernsehschauen angebracht und angenehm sein, die Timbre klingt durch eine derartige Körperhaltung regelrecht "gequetscht".
Mit Hilfe dieser obigen Tipps werden auch Sie in der Lage sein, einen "gelungenen" Anrufbeantwortertext professionell oder privat zu "produzieren".
Überprüfen Sie auch in gleichmäßigen Abständen die Aktualität Ihres Textes - die Ansage der Abwesenheit zur Weihnachtszeit im Hochsommer generiert beim Anrufer wohl keine feierlichen Gefühle.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß und gutes Gelingen bei einer neuen Besprechung Ihrer Mailbox!
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